Juni 2026

BMW R26
(Baujahr: 1956, Einzylinder-Viertaktmotor, luftgekühlt, 4-Gang-Getriebe, Fußschaltung, Max. km/h: 120 km/h)

Besonderheiten: Die BMW R26 legte in ihrer Klasse in ihrer Zeit die Messlatte für die Konkurrenz in Sachen Komfort und Straßenlage sehr hoch. Der neu entwickelten Doppelschleifen-Rahmen und die Vorderradschwingen sorgen bis heute für ungetrübten Fahrspaß auch auf holprigen Straßen. Den für BMW typischen und wartungsfreien Kardanantrieb hat sie ebenfalls. Normal ist auch, dass sie über keinen E-Starter verfügt, sondern an der linken Seite mittels Kickstarter zum Leben erweckt wird. Dies geht indes so leicht, dass jeder Fahrer und jede Fahrerin, die 247 ccm zum Laufen bringen. Nach dem Warmlaufen wird dann jede Ausfahrt mit dem agilen Einzylinder zum Vergnügen. Von 1956 bis 1960 baute BMW 30.236 von diesen Motorrädern mit der Bezeichnung R26. Die hier gezeigte Maschine wurde erstmals im Mai 1956 zugelassen. Schon damals galt sie als besonders alltagstauglich, zuverlässig und sparsam. Dies stellt sie auch heute noch gerne auf längeren Ausfahrten unter Beweis und verbraucht dabei nur rund 3,2l Kraftstoff auf 100km. Ihr Alter merkt man ihr dann aber schon an, die damals angegebene Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h erreicht sie zwar nicht mehr, zum lockeren Mitschwimmen im heutigen Verkehr reicht es noch allemal. Was man dringend beachten sollte ist, dass man ihr rund alle 2.000 km frisches Öl (1,3l) gönnt. Einen richtigen Ölfilter sucht man bei ihr vergebens. Im Sommer, wenn es heiß ist, gerne Motoröl mit der Spezifikation SAE 40, im Winter dann SAE 20 (unlegiert). Bleibt dennoch eine Sache zu erwähnen: Sollte die 6 Volt Batterie leer sein, bleibt der Motor stumm. Da kann man kicken solange man will, das wird nichts. Ihre Batterie-Zündung galt schon bei ihrem Erscheinen 1956 als Schwachpunkt. Als durchaus kurz darf man den ersten Gang bezeichnen, der sofort nach Erreichen der Schrittgeschwindigkeit nach dem zweiten Gang ruft. Dies ist wohl ihrer bayrischen Heimat geschuldet, die ein Anfahren an jedem Berg ermöglichen sollte. Im ostfriesischen Flachland braucht man den eher selten, daher fix in den zweiten Gang und den Gashahn spannen. Lässt man den 15 Pferdestärken freien Lauf, stellt sich der Fahrspaß automatisch ein, untermalt von ihrem sonoren Klang.