März 2026

FIAT 124 Spider

(Baujahr: 1980/ 81, Vierzylinder-Reihenmotor, flüssigkeitsgekühlt, 1.995 ccm, 5-Gang-Getriebe, Max. km/h: 176 km/h)

„Wir sind doch eine Familie. Ich mache dir ein Angebot, dass du nicht ablehnen kannst: Wir, die große Fabrica Italiana Automobile Turino, bauen einen Roadster, den euer Designer gezeichnet hat, den ihr auch bauen dürft, aber nur für den Export. Und Onkel Carlo darf ein wenig an den Motoren schrauben. Va bene, wie klingt das?“ Mit dem richtigen Akzent gelesen und natürlich nicht ernst gemeint, klingt das nach einer tollen Geschichte, aber der Reihe nach. Der Fiat 124 war das Grundmodell. Die technischen und mechanischen Komponenten wurden übernommen, was den Wagen auch so robust machte und preiswert hielt. Von diesem Fiat 124 leiteten sich das Coupé sowie der Roadster ab. Dieser wurde ab 1966 bis 1982 bei FIAT, von 1982 bis Produktionsende 1985 bei Pininfarina gebaut. Wobei die Karosserie immer bei Pininfarina gebaut wurde und dann in den Fabrikationshallen von FIAT mit dem Antriebsstrang verheiratet wurden. Pininfarina baute darüber hinaus auch die Exportmodelle vor allem für die USA. Bei Pininfarina gab es dann ab 1983 die limitierte Spezialversion „Spidereuropa Volumex“. Dabei wurden diese Fahrzeuge mit einem Roots-Kompressor von Abarth getunt und erreichten knapp 190 km/h. Der Alfa Romeo Spider war damit überholt worden. Welche Zutaten braucht es, um ein Auto über 19 Jahre mit insgesamt gut 200.000 Exemplaren zu bauen? Ein Blick auf die Bilder in diesem Kalender dürften genügen. Ist es aber das Design allein? Waren es die Erfolge im Motorsport u.a. bei der Rallye Monte Carlo 1975? Ist es der Lack in cherry red? Oder die beiden obenliegenden Nockenwellen im Leichtmetallzylinderkopf? Sind es die Rundinstrumente oder die geschmackvollen Abarth Cromodora Felgen? Ist es das geringe Gewicht von knapp 1.000 kg gepaart mit gut 100 PS Motorleistung als Hecktriebler? Möglicherweise ist auch die Mischung aus den genannten Zutaten. Vielleicht irritieren die seitlichen Begrenzungsleuchten in gelb und rot, die bei einem europäischen Auto eigentlich nicht zulässig sind, es sei denn, man fällt unter die Ausnahmegenehmigung des Regierungspräsidiums Stuttgart vom Dezember 1980. Denn ab 1975 ebbte die Begeisterung für den Roadster in Europa ab, was FIAT dazu bewog nur noch für den amerikanischen Markt zu produzieren. Ab 1982 stieg die Nachfrage auch in Europa wieder an, so dass vermehrt Fahrzeuge mit den US-Spezifikationen in Europa in Umlauf kamen. Unser Kalendermodell wurde 1980 gebaut, ist im Oktober 1981 erstmals in Emden zugelassen worden, hat im Juli 1982 einen neuen Besitzer gefunden, der den Wagen im April 1984 an den Vater unseres Clubmitglieds weiterverkaufte. Damit das Fahrzeug dann nicht zum „Stehzeug“ wird, immerhin hat die rote Schönheit erst 120.000 km gelaufen, darf der Sohnemann ihn seit 2016 sein Eigen nennen und ausführen, was beide sehr genießen.