Februar 2026

DAF 33

(1974, Zweizylinder-Boxermotor, luftgekühlt, 750 ccm, DAF Variomatic, Max. km/h: 112 km/h)

Das Unternehmen DAF wurde bereits 1928 in Eindhoven, NL gegründet und legte seinen Schwerpunkt zunächst auf LKW-Anhänger. Ab 1949 begann die Produktion eigener LKW-Modelle mit britischen Motoren von Leyland. Diesen Hersteller übernahm DAF in der Folgezeit. Ab 1958 begann man mit der PKW-Produktion, die bis 1975 andauerte und im selben Jahr von Volvo übernommen wurde. Ab 1967 wurden die DAF PKW-Modelle in dem neuen Standort Born gefertigt, so auch unser Kalendermodell. „Mit seiner stufenlosen Variomatic avancierte der kleine DAF zum Liebling von Opa und Oma“ (Zitat). So stand es jedenfalls in einer Oldtimer Markt Ausgabe. Dabei gab es viele Gründe, sich in den 1960 Jahren für einen DAF zu entscheiden. Ein robuster Kleinwagen, der vier Personen ausreichend Platz bot und in seiner Klasse von 3,62 Metern Länge über einen riesigen Kofferraum verfügte. Außerdem war er als Kombi und Pick-Up lieferbar. Sein luftgekühlter Zweizylinder-Boxermotor verfügte über 28 PS aus 750 ccm Hubraum. Diese Leistung reichte damals vollkommen aus, um den nur 690 kg schweren Wagen auf 112 km/h zu beschleunigen. Auch legte man bei DAF (Van Doorne´s Automobiel Fabriek N.V.) sehr viel Wert auf Qualität. So wurden z.B. alle verchromten Teile wie Stoßstangen und Zierleisten aus Edelstahl gefertigt. Das Außergewöhnliche an dem DAF ist jedoch seine Variomatic. Eine vollautomatische Kraftübertragung, die Johan van der Brugghen ausgetüftelt hatte. Das Besondere an ihr war, dass sie mit stufenlos veränderlichen Übersetzungsverhältnissen arbeitete. Ein herkömmliches Schaltgetriebe und ein Differential konnte man sich sparen. Der DAF-Fahrer braucht nur das „pientere pookje“ (das vernünftige Hebelchen) nach vorn oder nach hinten bewegen, um vorwärts oder rückwärts zu fahren. Mit dieser Variomatic war es theoretisch auch möglich, vorwärts sowie rückwärts gleich schnell zu fahren. In dieser Zeit hatte kein anderer Hersteller einen Kleinwagen mit einer Automatic im Programm.  Für viele Menschen mit Handicap und geringen Budget verhalf der DAF, wegen seiner einfachen Bedienung, den Weg in die Mobilität. So wusste auch unser Clubmitglied, dass Fahrschulen sich beim örtlichen DAF-Händler in Aurich einen Wagen für die Ausbildung ausliehen. Dazu wurde kurzerhand ein Vorführwagen mit einem Klemmbügel mit Doppelpedale über den Mittetunnel befestigt. Noch einen Zusatzspiegel mit Saugnapf und schon war der Fahrschulwagen fertig. Fahrschüler muss der kleine Flitzer heute keine mehr über sich ergehen lassen, stattdessen zeigt er wie innovativ europäische Hersteller bereits mit dem Thema Kleinwagen umgegangen sind, lange vor SMART und Co. KG.