Januar 2026

Mercedes-Benz L 3500 Pritsche Allrad

BJ 1954, Motor: OM 312, 6-Zylinder-Reihendieselmotor, 4.580 ccm, 5-Gang Getriebe mit Rückwärtsgang und Geländeuntersetzung, Max. km/h: 82 – 92 km/h je nach Reifentyp

Der Mercedes-Benz L 3250 später als L 3500 und ab 1955 als L 311 bezeichnet, war eines der ersten schweren Nutzfahrzeugmodelle, die Mercedes nach dem 2. Weltkrieg auf den Markt brachte. Produziert wurde ab Juni 1949 in Mannheim. Ab 1950 hieß er dann L 3500. Die 3500 steht für die Nutzlast in kg, die bereits kurz nach Produktionsbeginn von anfänglich 3250 auf 3500 angehoben wurde, da man die LKW reihenweise überlud. Bis heute steht dieser LKW für deutsche Wertarbeit, Zuverlässigkeit und eine robuste Bauweise, die selbst härteste Einsätze mit Bravour meistert.
Die charakteristische Front mit den runden Scheinwerfern, die massiven Kotflügel und die einfache, funktio­nale Linienführung geben dem L 3500 sein typisches Gesicht. Die offene Pritsche machte ihn vielseitig ein­setzbar – früher wie heute. Von Werkseinsätzen bis zur Forstwirtschaft wurde dieser Typ überall dort einge­setzt, wo Zuverlässigkeit gefragt war. Der hier gezeigte L 3500 unseres Clubmitglieds ist ein seltenes Allradmodell mit offener Pritsche – ideal für den Einsatz abseits befestigter Stra­ßen.
Die Kombination aus zuschaltbarem Allradantrieb, kraftvollem Reihensechszylinder-Diesel mit kerngesunden 90 PS und einem durchdachten Fahrwerk, machte ihn selbst im unwegsamen Gelände erstaunlich agil. Ob bei Oldtimer-Tref­fen, historischen Konvois oder einfach bei einer privaten Ausfahrt durchs Grüne – dieser LKW zieht immer wieder neugierige Blicke auf sich. Der Klang des Dieselmotors, das Gefühl des mechanischen Schaltens und die schiere Präsenz auf der Straße machen jede Fahrt zu einem besonderen Erlebnis für seinen Besitzer. Von daher ist dieser „Haubenlenkerlastkraftwagen“ mehr als nur ein Fahrzeug – es ist ein rollendes Denkmal einer vergangenen Epoche.
Deshalb befindet sich das Fahrzeug auch in einem gepflegten Originalzustand. Viele Stunden Arbeit und Liebe zum Detail sowie die verwendeten Originalteile stecken in diesem Stück Nutzfahrzeuggeschichte. Er ist fahrbereit, angemeldet und wird regelmäßig bewegt – kein Museumsstück, sondern ein lebendiger Klassiker, allzeit bereit für neue Transportaufgaben.